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Archive for März 2011

An der Innenseite der nördlichen Umfassungsmauer, westlich der alten Schnitte 3a/3b, liegen die neuen Suchschnitte 11A und 11B. In den vergangenen Tagen wurde hier die Oberfläche abgetragen und bereits die ersten mittelalterlichen Gefäßscherben konnten geborgen werden. Bislang handelt es sich in diesem Bereich wohl überwiegend um Verfüllschutt, der in der Neuzeit oder Moderne aufgetragen wurde, um das Gelände direkt an der Mauer zu planieren.

Nur wenige Meter südlich dieser beiden Suchschnitte liegt Schnitt 10E. Hier konnte festgestellt werden, dass in der Vergangenheit (zwischen 1900 und 1970) der gesamte Oberboden des Kirchhofs mit schwerem Gerät abgeschoben worden sein muss. Dabei wurden die Bestattungen abgetragen und zerstört und nur wenige Beisetzungen haben sich im Randbereich, der an dieser Stelle untersucht wird, erhalten. Neben Grabgruben mit wenigen Bestattungen konnten in diesem Schnitt einige versprengte Keramikscherben aus dem Mittelalter und Feuersteinabschläge und Werkzeuge aus der Jungsteinzeit  (Trichterbecher-Kultur, um 3000 v. Chr.) geborgen werden.

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Im bereits abschließend untersuchten Schnitt 10 D, nur wenige Meter östlich der Apsis von St. Nikolaus, haben wir in den vergangenen Tagen eine Abfolge von mehreren Bauschutt-Schichten untersucht. Darunter findet sich auch eine schwärzliche, stark mit Kohle durchsetzte Brand-Schuttschicht.

Im Jahre 1892 wurde die Vorgängerkirche von einem Blitzeinschlag getroffen und durch den Brand zerstört. Drei Jahre später, 1895, hat man die gesamte Kirche dann abgerissen – einige Fotodokumente belegen sehr anschaulich die Abrissarbeiten von damals.

Der Schutt, der bei den Bauarbeiten von 1895 anfiel kam im untersuchten Schnitt zum Vorschein. Darunter fanden sich Bruchsteine, Ziegel und Dachschindeln aber auch alte Eisennägel, Glas aus dem Kircheninneren und einiges mehr. Nach Abschluss der Bauarbeiten an der Kirche hatte man den Schutt nach 1900 mit Erde bedeckt und Rasen ausgesät.

 

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Bei der geplanten Untersuchung des Kirchhofs entdeckte unser Team bereits am ersten Grabungstag, dass im Bereich der eingemessenen Schnitte 10 B und 10 C bis zu 2 m starke Schuttmassen aufgetürmt waren.

Während des Kirchenbaus von 1896 bis 1900 mussten zum Teil tiefe Gräben durch den Kirchhof gezogen werden, um Fuhrwerken, die mit Bauelementen beladen waren, einen leichteren Zugang zur Kirche zu ermöglichen. Nach Abschluss der Arbeiten an der Kirche wurde der Kirchenhof komplett neu gestaltet und das Gelände modelliert.

Aus diesem Grund ist es momentan nicht möglich im Bereich der geplanten Schnitte ohne Einsatz schweren Geräts weiterzuarbeiten. Und selbst wenn Bagger vorhanden wären ist es fraglich, ob die alte Oberfläche nicht durch die enormen Baumaßnahmen vollkommen zerstört ist. Unser Plan, die seit dem 17. Jahrhundert bekannten Heuerhäuser/Speicher auf dem Kirchhof zu finden, muss leider aufgegeben werden.

Daher wurden an zwei Stellen, weiter westlich Richtung Apsis und weiter nördlich Richtung Umfassungmauer, neue Suchschnitte geöffnet, um Spuren einer mittelalterlichen Besiedlung des Kirchenhofs nachzuspüren. Diese Schnitte 10 D und 10 E haben bereits erste interessante Befunde erbracht, die in den kommenden Tagen untersucht werden sollen.

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Heute wurden die Messpflöcke für Schnitt 10 eingeschlagen. Damit beginnt nach viermonatiger Grabungspause ein wichtiger neuer Abschnitt in der Erforschung der Ankumer Kirchenburg. Bislang haben sich die Ausgrabungen auf den Außenbereich an der nördlichen Umfassungsmauer konzentriert.

Neben den beiden kleinen Sondagen an der Nordmauer auf der Innenseite (2009)  und dem Schnitt direkt an der Nordseite der Kirche (2010) soll diesmal ein größeres zusammenhängendes Gebiet untersucht werden.

Ziel ist es, die beiden vom 17.-19. Jahrhundert belegten Speicherbauten/Heuerhäuser freizulegen und mögliche mittelalterliche Vorgängerbauten zu identifizieren.

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Während der laufenden Aufarbeitung der Grabungskampagnen 2009/2010 konnte bei den Restaurierungsarbeiten überraschend ein weiterer Trensenknebel freigelegt werden. Vor den Arbeiten unterschied sich das Stück nur hinsichtlich seines Gewichtes deutlich von den zahlreichen verrosteten Sargnägeln, die bei den Grabungen gefunden wurden.

Der Trensenknebel besteht aus Eisen und weist an beiden Enden eine Perlenstab-Verzierung auf, bei der sich tonnenförmige Elemente mit doppelkonischen abwechseln.

Der Fund stammt aus Sondage 3b, die 2009 auf der Innenseite der Kirchenburganlage direkt an der Umfassungsmauer angelegt worden ist. Er wurde in einer Schuttpackung gefunden, die dazu diente das abschüssige Gelände zu planieren.

Über das Alter des Fundes kann bislang nichts gesagt werden, aufgrund der annähernd rechteckigen doppelten Durchlochung, die deutliche Parallelen zu dem bereits bekannten Stück aus Ankum aufweist, ist eine Datierung vom 9.-11. Jahrhundert jedoch wahrscheinlich.

Trensenknebel von der Kirchenburg zu Ankum

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